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Geschichte der Deutschen Schule Sofia

Wir sind neugierig geworden und wollen versuchen, ein bisschen Leben in die Geschichte der Deutschen Schule Sofia zu bekommen.

 

Im April 2008 meldete sich Ernst Keil bei uns. Es stellte sich heraus, dass Herr Keil ein ehemaliger Schüler der Deutschen Schule in Sofia war – von 1937 bis 1943. Bisher war die Existenz einer Deutschen Schule für uns nur eine vage Vorstellung. Nun aber nimmt diese Vorstellung Gestalt an und wir haben uns vorgenommen, viel mehr über diese Schule in Erfahrung zu bringen.
Herr Keil war so freundlich und hat uns ein paar Fotos von damals geschickt. Diese werden wir hier gemeinsam mit seinem Text veröffentlichen. Vielleicht findet ja der eine oder andere ehemalige Schüler auch den Weg auf unsere Seiten und kann uns somit helfen, die Geschichte der Deutschen Schule in Sofia zu vervollständigen.
Auszüge aus dem Brief von Herrn Keil:


„Die Grundschule war im Zentrum (Ul. Dunav, Abb. 1 - heute wohl ein Kindergarten). Dort wurde ich mitten im Schuljahr eingeschult, Ende Febr.1937). Ich fuhr täglich mit der Straßenbahn.
Bild3.jpgAbb.1
Bild4a.jpgAbb. 2

Ab Sept.1940 besuchte ich dann das Gymnasium (Bul. Evlogie Georgiev, Abb. 2). Natürlich in Schuluniform(Farbe der damaligen Luftwaffe mit verschiedenfarbigen Klassenspiegeln)... Wenn ich mich recht entsinne, ist dort eine Musik(hoch)schule(?) eingezogen.

Das Gymnasium war prächtig ausgestattet: Naturkundesäle, Aula, Turnhalle. Im Keller war eine kleine Gastronomie mit Kegelbahn für gemütliche Treffen der „deutschen Gemeinde". Im Anschluss an den Schulhof hatte der Direktor ein Haus mit Swimmingpool. Diese Schule konnte ich, da sie nahe lag, günstiger erreichen.

Natürlich standen die Schule und das Kollegium voll unter dem Einfluss der NSDAP. Da die Mehrzahl der Schüler Bulgaren waren, ließ die Partei sich die Schule für die Verbesserung des Renommees etwas kosten.“

   
Herr Ernst Keil als Schuljunge in Schuluniform...

... und heute

Wir bedanken uns für die Ausführungen und hoffen, dass in naher Zukunft sich noch mehr Zeitzeugen finden.
 
Bemerkungen des Kulturreferenten der Deutschen Botschaft, Herr Dr. Ferdinand von Weyhe:

„An der alten "Deutschen Schule" (Ecke Oborischte/Kanal) haben wir im letzten Frühjahr eine Gedenktafel eingeweiht. Danach haben wir uns mit ca. 60 Ehemaligen getroffen.“